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name of the term: Kohlenhydrate

Kurze Einführung

  • Der Begriff Kohlenhydrate oder Saccharide stammt vom griechischen Wort sákkharon (Zucker)
  • Saccharide werden in folgende vier Gruppen eingeteilt: Monosaccharide, Disaccharide, Oligosaccharide und Polysaccharide.
  • Die kleinen Gruppen der Monosaccharide und Disaccharide werden gemeinhin als Zucker bezeichnet.
  • Monosaccharide (Einfachzucker) sind die einfachsten Kohlenhydrate (kleinste Bausteine). Sie können nicht in kleinere Kohlenhydrate hydrolisiert (verdaut, gespalten) werden.
    • Glukose (Blutzucker, Traubenzucker, Dextrose)
    • Fruktose (Fruchtzucker)
    • Galaktose
  • Disaccharide (Zweifachzucker): ein aus zwei verbundenen Monosacchariden bestehendes Molekül, das von besonderen Enzymen gespalten (Hydrolyse) wird.
    • Sukrose (Saccharose): Glukose + Fruktose
    • Laktose (Milchzucker): Glukose + Galaktose
    • Maltose (Malzzucker): Glukose + Glukose
  • Oligosaccharide: 3–10 Monosaccharide, die miteinander verbunden sind und die von besonderen Enzymen gespalten werden können. Beispiele:
    • Frukto-Oligosaccharide (FOS) bestehen aus kurzen Ketten mit Fruktosemolekülen.
    • Galakto-Oligosaccharide (GOS) bestehen aus kurzen Ketten mit Galaktosemolekülen.
    • In der Muttermilch finden sich menschliche Milch-Oligosaccharide wie GOS.
  • Polysaccharide sind lange Ketten aus über 10, manchmal aus bis zu mehreren Tausend Monosacchariden. Beispiele:
    • Stärke: das wichtigste Reserve-Kohlenhydrat in Gemüse und Getreide. Beispiele für Nicht-Stärke-Polysaccharide (Hauptbestandteile von Ballaststoffen in der Nahrung):
    • Zellulose: Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände.
    • Pektin: wird als Verdickungs- und Bindemittel für Fruchtgelees verwendet.
    • Gummis: z. B. Galactomannane, z. B. Johannisbrotkernmehl, besteht aus langen Galaktose- und (mit der Glukose verwandten) Mannoseketten und wird als Verdickungsmittel verwendet.
    • Glykogen: die wichtigste Speicherform von Glukose im Körper (Leber und Muskeln).

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Sukrose oder Saccharose: Haushaltszucker (in unterschiedlichen Formen), Malzsirup, Honig.
  • Laktose: Milch und Milchprodukte.
  • Maltose: Melasse – Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Zucker aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben anfällt.
  • Glukose: zusammen mit Fruktose in Weintrauben vorhanden.
  • Fruktose: Obst und Obstprodukte.
  • Galaktose: Bestandteil der Laktose in Milch und Milchprodukten. Galaktose verbindet sich auch mit Sukrose zu Oligosacchariden, die beispielsweise in Bohnen, Linsen und Erbsen enthalten sind.

Hauptfunktion

  • Energiequelle: 1 g Kohlenhydrate liefert 4 kcal (17 kJ).
    • Nach der Verdauung werden die in kleine Einheiten (Glukose, Fruktose, Galaktose) aufgespaltenen Kohlenhydrate im Dünndarm absorbiert und gelangen in die Blutbahn, wo sie zur Leber transportiert werden. Fruktose und Galaktose werden dort in Glukose umgewandelt. Glukose wird vom Blut zum Gewebe und zu den Organen befördert und dient als Brennstoff.
    • Vor allem das Gehirngewebe und die roten Blutkörperchen nutzen Glukose als Energiequelle. Ein Glukosemangel kann in Schwächegefühl, Benommenheit und einem niedrigen Blutzuckerspiegel (Hypoglycaemie) resultieren. Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel während körperlicher Anstrengung mindert die Leistungsfähigkeit und kann zu geistiger und körperlicher Erschöpfung führen.
    • Glukose, die der Körper nicht gleich als Brennstoff benötigt, wird (als Glykogen) in der Leber und in der Skelettmuskulatur gespeichert. Sind die Glykogenspeicher voll, erfolgt die Speicherung der Glukose als Fett. Wenn der Körper mehr Glukose benötigt als im Blut frei verfügbar ist (beispielsweise beim Sport), greift er auf die Glykogenspeicher zurück.
  • Die Kohlenhydrate verhindern, dass Eiweiss als Energiequelle verwendet wird. Eine zu geringe Aufnahme an Kohlenhydraten führt zu einem Abbau von Eiweiss, das zur Herstellung von Glukose und zur Erhaltung eines konstanten Blutzuckerspiegel benötigt wird.
  • Ballaststoffe spielen bei der gesunden Verdauung eine wichtige Rolle, denn sie fördern die gesunde Darmfunktion.
    • Sie sind für die allgemeine Gesundheit des Menschen wichtig. Ein hoher Anteil an Ballaststoffen wird mit einem geringeren Risiko von zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Siehe: Ballaststoffe.
  • Zucker wird wegen seiner süssenden Eigenschaften verwendet. Sein süsser Geschmack dient als Bezugspunkt für andere Süssstoffe. Zucker verleiht Lebensmitteln (wie Gebäck) Struktur und Konsistenz und dient zur Haltbarmachung (z. B. von Marmelade).

Mangelerkrankungen

  • Bei einer zu geringen Kohlenhydrataufnahme erschöpfen sich die Glukose- und Glykogen-Vorräte im Blut (Glukose-Reservespeicher in der Leber und in den Muskeln). Die Glukosesynthese erfolgt durch Abbau von Aminosäuren aus Körpereiweiss, Eiweiss aus der Nahrung und der Verbindung Glycerol (aus Fett). Ein langfristiger Kohlenhydratmangel führt zur Ketose (ein hoher Ketonspiegel verursacht Dehydrierung und eine Veränderung im chemischen Bluthaushalt), zur Azidose (Übersäuerung des Blutes und anderer Körpergewebe kann die Zellen beschädigen) und zum Verlust von Zelleiweiss. Ein vermehrter Eiweissabbau kann zu einer Überlastung der Nieren führen, da die Abbauprodukte von Eiweiss in den Nieren aus dem Blut herausgefiltert und dann über den Urin ausgeschieden werden.
  • Anzeichen und Symptome (Beispiele):
    • Hypoglykämie: Abfall des Blutzuckerspiegels (Benommenheit, Müdigkeit, Bewusstseinsstörungen).
    • Müdigkeit und niedriger Energiespiegel: Ein für die Energieproduktion zu niedriger Glukosegehalt im Blut führt zu Energiemangel und Müdigkeit.
    • Muskelschwund: Der Abbau der Fettreserven und Aminosäuren zur Energiegewinnung führt zu Muskelschwund und Wachstumsstörungen.
    • Gewichtsverlust: Der Verlust von Fett- und Muskelmasse führt zu Gewichtsverlust.
    • Dehydrierung und verminderte Körperausscheidungen: Ketose führt zu einem Verlust der Körperflüssigkeit (trockene Augen, verminderte Speichelproduktion in den Speicheldrüsen sowie Austrocknung der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts).
    • Schwächung des Immunsystems und Infektionsanfälligkeit
    • Verstopfung und Stimmungsschwankungen: Das Gehirn kann die Ausschüttung des Hormons Serotonin einstellen, was Stimmungsschwankungen und Depressionen zur Folge hat. Ein anhaltender Kohlenhydratmangel kann zu drastischem Gewichtsverlust, in extremen Fällen bis zum Hungertod führen.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis
Schwangerschaft
Stillende Mütter
175 g (RDA)
210 g (RDA)
Säuglinge 6 – 12 Monate95 g (AI)
Kinder
 1 – 3 Jahre
 4 – 8 Jahre
130 g (RDA)
130 g (RDA)
Männer
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
Frauen
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)
130 g (RDA)


AI = angemessene Aufnahme (Adequate Intake).
RDA = Empfohlene Tagesdosis (Recommended Dietary Allowance).

Synonyms: Saccharide

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