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Name des Begriffes: Nukleotide

Kurze Einführung

  • Unter Nukleotiden werden Nicht-Protein-Stickstoff-Verbindungen verstanden, die aus drei Teilen bestehen: einem Basenbestandteil (mit Stickstoff), einem Zuckerbestandteil und einer bis drei Phosphatgruppen.
  • Nukleotide sind in jeder Zelle vorhanden und können endogen (im eigenen Körper) synthetisiert werden. Dieser Vorgang kostet viel Energie. In einer Situation, in der ein zusätzlicher Bedarf besteht (Wachstumsphase bei Säuglingen oder Krankheit), ist die normale Produktion möglicherweise nicht ausreichend. In diesen Fällen ist ergänzend zur körpereigenen Nukleotidsynthese die Aufnahme von Nukleotidquellen notwendig, um die optimale Versorgung zu gewährleisten.
  • Nukleotide aus Nahrungsmitteln sind für die Proliferation (Vermehrung) aller sich schnell teilenden Zellen notwendig, beispielsweise der Immunzellen und der Zellen zur Auskleidung des Magen-Darm-Trakts (diese Zellen besitzen ausserdem eine geringe Kapazität zur Produktion von Nukleotiden). Deshalb sind Nukleotide bedingt essentiell.

  • Die wichtigsten Nukleotide in der Muttermilch sind: 
    • CMP Cytidinmonophosphat
    • AMP Adenosinmonophosphat
    • UMP Uridinmonophosphat
    • IMP Inosinmonophosphat
    • GMP Guaninmonophosphat.
  • Kuhmilch enthält im Vergleich zur Muttermilch andere Nukleotid-Arten in anderen Mengen. So ist Kuhmilch beispielsweise reich an Orotsäure, einem Vorläufer der Nukleobase Uracil, während die anderen Nukleotide entweder gar nicht oder in besonders geringen Mengen vorhanden sind.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Nukleotide sind generell in allen Nahrungsmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft enthalten, da fast alle Nahrungsmittel entweder aus intakten Zellen oder aus Zellinhalten bestehen. In den meisten natürlichen Nahrungsmitteln sind die Mengen relativ gering.
  • Quellen: Fisch (fetter Fisch wie Makrele), Geflügel, Leber, Fleisch, Hefeextrakte, bestimmte Erbsen und Hülsenfrüchte, Pilze, Brokkoli und Milch.

Hauptfunktion

  • Strukturbestandteile von DNA und RNA, die genetische Informationen speichern und übertragen.
  • Als Energieträger sind Nukleotide an der Energieübertragung zwischen den Zellen beteiligt.
  • Bestandteile bestimmter Coenzyme (Helfer der Enzyme).
  • Regulieren den Stoffwechsel, indem sie beispielsweise hormonelle Aktivitäten in Gang setzen.
  • Beteiligt an der Proteinsynthese.
  • Studien an Säuglingen belegen, dass Nukleotide einen Beitrag zum Wachstum und zur Entwicklung insgesamt leisten. Ausserdem fördern sie ein gesundes Verdauungs- und Immunsystem. Darüber hinaus spielen sie eine Rolle beim Schlaf-Wach-Rhythmus, indem sie einen gesunden Schlaf fördern.

Mangelerkrankungen

  • In Bezug auf Nukleotide sind keine besonderen Mangelerkrankungen oder -erscheinungen bekannt. Das liegt vermutlich daran, dass die über die Ernährung aufgenommene und die im Körper gebildete Menge Nukleotide für die meisten Zellen ausreichend ist. Da die Zellen des Magen-Darm-Trakts und die Immunzellen eine geringere Synthesekapazität für Nukleotide besitzen, ist weitere Forschungsarbeit erforderlich.

Empfohlene Tagesdosis

Für Nukleotide wurden keine Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) festgelegt.

Synonyme: Nukleotide

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