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Name des Begriffes: Maltodextrin

Kurze Einführung

  • Maltodextrin ist ein Glukosepolymer. Dieses Kohlenhydratgemisch besteht aus verschiedenen Ketten mit 3–20 Glukosemolekülen.
  • Maltodextrin wird als Dextrose-Äquivalent (DE) eingestuft.
    • Je höher der DE-Wert, desto kürzer sind die Glukoseketten und desto süsser der Geschmack und besser die Löslichkeit.
    • Auf der DE-Skala liegt Maltodextrin zwischen 3 und 20. Deshalb bezeichnet Maltodextrin eher eine Produktfamilie als ein bestimmtes Produkt.
    • Ab einem Wert von DE 20 wird Maltodextrin als Glukosesirup eingestuft, unter DE 0 als Dextrin.
    • Maltodextrin lässt sich enzymatisch aus jeder beliebigen Stärkeart herstellen. Es wird mithilfe der partiellen Hydrolyse aus Stärke erzeugt. Dabei spalten Enzyme die in den Stärkemolekülen enthaltenen Glukoseketten in kürzere Ketten (ähnlich wie beim Verdauungsvorgang im Körper).
    • Dieser Vorgang dauert an, bis der erforderliche DE-Wert erreicht ist.
    • Der DE-Wert ist für die Eigenschaften von Maltodextrin, die sich mit dem Grad der Hydrolyse ändern, verantwortlich.
  • Je nach Umfang der Hydrolyse (also wie lange dieser Vorgang andauert) kann das Produkt von einer nicht süssen Stärke bis zu kurzkettigen Glukosemolekülen reichen, die einen süssen Geschmack haben.
  • Maltodextrin ist ein nicht süsses Stärkehydrolysat (sehr geringe oder keine Süsse).

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Maltodextrin kommt nicht in der natürlichen Nahrung vor, sondern wird aus Pflanzenstärke hergestellt, beispielsweise aus Weizen, Mais, Reis oder Kartoffeln.

Hauptfunktion

  • Energiequelle: 1 g Kohlenhydrate (z. B. Maltodextrin) liefert 4 kcal (17 kJ).
    • Im Verdauungstrakt wird Maltodextrin in kleine Glukosemoleküle gespalten, die über die Darmwand absorbiert und vom Blut zu unterschiedlichen Geweben und Organen transportiert werden, wo sie als Energiequelle dienen.
  • Maltodextrin schmeckt nicht süss. Süsser Zucker greift Zahnschmelz an und ein süsser Geschmack kann dazu anregen, mehr zu essen als notwendig. Ausserdem kann dadurch lebenslang eine Vorliebe für Süsses entstehen (wichtige Faktoren für Fettleibigkeit (Obesitas) in der Kindheit).
  • Maltodextrin wird von Säuglingen gut verdaut, auch bei Durchfall.
  • Maltodextrin wird in Säuglings- und Kleinkindernahrung (zum Teil) als Ersatz für Laktose verwendet, beispielsweise in Folgemilch (Stufe 2, ab 6 Monaten) und in Milch für Kleinkinder. Diese Nahrung enthält weniger Laktose, um Beschwerden, die durch einen eventuellen Abfall der Laktaseaktivität verursacht werden, vorzubeugen.
    • Darüber hinaus wird Maltodextrin in Spezialnahrungen verwendet, beispielsweise in Nahrungen mit einem geringen Laktoseanteil oder ganz ohne Laktose für Säuglinge und Kinder mit Laktasemangel (die keine Laktose vertragen).
  • Maltodextrin trägt zu einer niedrigen Osmolarität einer Babynahrung bei. Die Osmolarität ist ein Mass für die Konzentration einer Lösung (Teilchendichte, Anzahl Nutrienten) und sagt etwas über die Menge gelöster Teilchen aus.
    • Die Osmolarität einer Babynahrung spielt bei einer herabgesetzten Toleranz des Magen-Darm-Trakts eine Rolle. Bei Durchfall beispielsweise, wenn der Magen-Darm-Trakt gereizt ist (und das Kind unter einer Laktoseintoleranz leidet), ist eine Babynahrung mit einer niedrigen Osmolarität wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Hyperosmolare Lösungen sorgen dafür, dass grosse Mengen Wasser zum Beispiel in den Darm gelangen und damit Blähungen, Krämpfe und Durchfall auslösen.
Synonyme: Maltodextrin

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