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Name des Begriffes: Langkettige Fettsäuren

Kurze Einführung

  • Ein Triglycerid besteht aus 1 Glycerin-Molekül, das an 3 Fettsäure-Moleküle gebunden ist.
  • Fettsäuren bestehen aus einer unverzweigten Kette mit einer geraden Anzahl an Kohlenstoffatomen (C), die mit jeweils zwei Wasserstoffatomen (H) besetzt sind. Am einen Ende der Kette befinden sich 3 H-Atome (Methyl-Ende) und am anderen Ende eine Carboxy-Gruppe (COOH). Durch die Carboxy-Gruppe wird die Verbindung zur Säure.
  • Fettsäuren unterscheiden sich in der Länge der Kohlenstoffkette und der Zahl der Doppelbindungen in der Kette.
  • Langkettige Fettsäuren: > 12 C-Atome.
  • Fettsäuren können gesättigt oder ungesättigt sein.
  • Ungesättigte Fettsäuren weisen eine oder mehrere Doppelbindungen zwischen den C-Atomen (und den dort fehlenden 2 H-Atomen) auf.
  • Gesättigte Fettsäuren sind unverzweigte, mit Wasserstoff (H) gesättigte Ketten. Jedes C-Atom trägt 2 H-Atome. Diese Fettsäuren besitzen keine Doppelbindungen.
  • Die Doppelbindungen bei ungesättigten Fettsäuren verursachen einen Knick im Molekül, der dazu führt, dass das Molekül bei Zimmertemperatur flüssig bleibt. Dieser Knick in der Struktur macht die Zellmembran (die Schicht, die die Zelle umgibt) geschmeidig und durchlässig, so dass Nährstoffe in die Zelle eindringen und Abfallstoffe die Zelle verlassen können.
  • Je nach Anzahl der Doppelbindungen werden Fettsäuren als einfach ungesättigt oder mehrfach ungesättigt eingestuft. Die weitere Klassifizierung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren richtet sich nach der Position der ersten Doppelbindung.
  • Gesättigte langkettige Fettsäuren: beispielsweise Palmitinsäure (C16:0), Stearinsäure (C18:0).
  • Ungesättigte langkettige Fettsäuren: beispielsweise Palmitoleinsäure (C16:1), Ölsäure (C18:1), α-Linolensäure (ALA) C18:3, Linolsäure (LA) C18:2. ALA und LA sind essentielle Fettsäuren: Sie können vom Körper nicht synthetisiert werden, sondern müssen über die Nahrung eingenommen werden.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Palmitinsäure: Palmöl.
  • Stearinsäure: Kakaobutter, Sojabohnen-Öl, Fleisch.
  • Palmitoleinsäure: Lebertran, Sardinenöl.
  • Oleinsäure: Olivenöl.
  • α-Linolensäure (ALA): pflanzliche Öle (Flachssamen, Leinsamen, Raps, Soja, Walnussöl), Sojabohnen, Kürbiskern, Chia Samen, Walnüsse und Tofu.
  • Linolsäure (LA): pflanzliche Öle (Distel, Sonnenblume, Nachtkerze), Nüsse, Sesamsamen und Sonnenblumenkerne.

Hauptfunktion

  • Für normales Wachstum und eine normale Entwicklung. Jede Art von langkettigen Fettsäuren hat spezifische Auswirkungen auf die Gesundheit.
  • ALA und LA sind essentielle Fettsäuren, die nicht vom Körper hergestellt werden können und deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. ALA ist der Präkursor (Vorläufer) von DHA. LA ist der Präkursor (Vorläufer) von ARA. DHA und ARA (LCPUFAs) sind wichtig beispielsweise für die Entwicklung des Gehirns und des Sehvermögens sowie des Immunsystems.
  • Gesättigte Fette werden mit einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel assoziiert, aber nicht jede gesättigte Fettsäure wirkt gleich. Studien zeigen, dass Stearinsäure entweder eine senkende oder keine Wirkung auf das LDL-Cholesterin hat, während andere gesättigte Fette das LDL-Cholesterin erhöhten.

Mangelerkrankungen

  • Anzeichen und Symptome eines ALA- oder LA-Mangels: u. a. allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeiten (Ekzem, Asthma und Heuschnupfen), Sehstörungen (u. a. schlechte Nachtsicht), Aufmerksamkeitsstörungen (Konzentrationsschwäche, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme), Störungen des emotionalen Gleichgewichts (Depression, starke Gefühlsschwankungen und Ängstlichkeit), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus sowie Störungen des Immunsystems (erhöhte Anfälligkeit für Erkrankungen und Infektionen sowie schlechte Wundheilung).
  • Bei Säuglingen und Kindern können Wachstumsstörungen auftreten. Studien bei Kindern belegen die negativen Auswirkungen auf die neurokognitive Entwicklung, zusammen mit einer Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten (Gedächtnis und Gehirnleistungen) und Verhaltensentwicklung.


DRIs (Dietary Reference Intakes) wurden nur für α-Linolensäure (ALA) und Linolsäure (LA) festgelegt.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis
ALA / LA
Schwangerschaft
Stillende Mütter
1.4 g  / 13 g (AI)
1.3 g  / 13 g (AI)
Säuglinge 6 – 12 Monate0.5 g / 4.6 g (AI)
Kinder
 1 – 3 Jahre
 4 – 8 Jahre
0.7 g /  7 g (AI)
0.9 g / 10 g (AI)
Männer
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
1.2 g / 12 g (AI)
1.6 g / 16 g (AI)
1.6 g / 17 g (AI)
1.6 g / 17 g (AI)
1.6 g / 14 g (AI)
1.6 g / 14 g (AI)
Frauen
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
1.0 g / 10 g (AI)
1.1 g / 11 g (AI)
1.1 g / 12 g (AI)
1.1 g / 12 g (AI)
1.1 g / 11 g (AI)
1.1 g / 11 g (AI)


AI = angemessene Aufnahme (adequate intake). 
ND = nicht definiert.


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