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Name des Begriffes: Laktose

Kurze Einführung

  • Laktose ist das Haupt-Kohlenhydrat in der Milch von Säugetieren. In der menschlichen Muttermilch variiert ihr Anteil. Forschungen zufolge bewegt sich der Laktosegehalt zwischen 4,0 und 8,0 g pro 100 ml.
  • Laktose ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), bestehend aus den beiden Einfachzucker (Monosaccharide) Glukose und Galaktose.
  • Die Darmzotten (Auskleidung der Dünndarmwand) scheiden das Enzym Laktase aus. Laktase spaltet die Laktose (durch Hydrolyse, Verdauung) in die kleineren Einheiten Glukose und Galaktose. Darmzotten sind fingerförmige Ausstülpungen, mit denen der Dünndarm Nährstoffe absorbiert.
  • Glukose und Galaktose werden in das Blut abgegeben und zur Leber befördert. Galaktose wird in Glukose umgewandelt. Die Glukose wird vom Blut zum Gewebe und zu den Organen befördert und dient als Brennstoff.
  • Kleinkinder können nicht die gesamte Laktose, die sie zu sich nehmen, verdauen. Eine unvollständige Laktoseverdauung ist jedoch völlig normal und natürlich. Die unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm und wird dort durch die Darmflora durch Fermentation abgebaut. Dies fördert das Wachstum der als nützlich geltenden Bakterienstämme Bifidobakterien und Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die als sogenanntes Präbiotikum wirken.
  • Jüngste Forschungen haben nachgewiesen, dass Laktose durch eine erhöhte Antwort bestimmter antimikrobieller Verbindungen eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Der Darm von Neugeborenen wird damit vor Pathogenen geschützt und die Darmflora wird reguliert.
  • Säuglingsnahrung (Stufe 1, 0–6 Monate) enthält eine vergleichbare Menge Laktose wie Muttermilch.
  • Folgenahrung (Stufe 2, ab 6 Monaten und Stufe 3, ab 12 Monaten) enthält Laktose als wichtigsten Kohlenhydratanteil. Der Anteil Laktose ist geringfügig kleiner um Beschwerden, die durch einen eventuellen Abfall der Laktaseaktivität verursacht werden, vorzubeugen.
  • Laktose schmeckt nicht so süss wie andere Zweifachzucker, beispielsweise Sukrose, Glukose oder Fruktose.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Milch und Milchprodukte.

Hauptfunktion

  • Energiequelle: 1 g Kohlenhydrate (z. B. Laktose) liefert 4 kcal (17 kJ).
  • Mögliche Rolle im Immunsystem, da es die Antwort bestimmter antimikrobieller Verbindungen erhöht, sodass der Darm von Neugeborenen vor Pathogenen geschützt und die Darmflora reguliert wird.

Mangelerkrankungen

Hinweis: Im Folgenden wird der Mangel des Enzyms Laktase, und nicht des Nährstoffs Laktose, dargestellt. 

  • Einige Menschen können Laktose nicht richtig verdauen. Dies liegt an einem Mangel des Enzyms Laktase, das sich in der Dünndarmwand befindet (Laktasemangel).
  • Ein Laktasemangel verhindert die Absorption von Laktose. Dadurch wird Laktose nicht oder nur unvollständig hydrolysiert (verdaut) und nur schlecht vom Blut aufgenommen. Die Laktose wird in den Dickdarm befördert. Die Dickdarmbakterien reagieren auf die Laktose, was Beschwerden auslöst.
  • Primärer Laktasemangel wird generell vererbt und tritt kurz nach dem Abstillen ein. Sobald die Nahrung weniger Milch enthält, sinkt die Laktaseproduktion. Bis zur Entwicklung von Symptomen einer Laktoseintoleranz kann es mehrere Jahre dauern. Die niedrigsten Raten einer solchen Intoleranz finden sich in Nordeuropa, die höchsten in einigen Gebieten Afrikas, Ostasiens und bei Ureinwohnern Amerikas.
  • Sekundärer oder vorübergehender Laktasemangel tritt meist vorübergehend im Säuglingsalter auf. Die Ursache sind Verletzungen der Darmzotten im Dünndarm (in denen die Laktase produziert wird) beispielsweise aufgrund einer akuten Magen-Darm-Entzündung. Dadurch ist nicht mehr ausreichend Laktase verfügbar.
  • Kongenitaler Laktasemangel ist eine seltene Erbkrankheit. Von Geburt an ist die Laktaseaktivität eingeschränkt oder sie fehlt ganz. Diese Krankheit hält ein Leben lang an.
  • Die Laktoseintoleranz beschreibt die Symptome, die infolge einer schlechten Laktoseabsorption auftreten, z. B. Blähungen, Flatulenz, übermässige Gasproduktion, Bauchkrämpfe und Durchfall. 
Synonyme: Milchzucker, Lactose

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