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Name des Begriffes: L-Carnitin

Kurze Einführung

  • Carnitin ist ein Dipeptid, das aus den essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt wird.
  • Es ist in nahezu allen Körperzellen vorhanden, in besonders hoher Konzentration jedoch in der Herz- und Skelettmuskulatur.
  • Carnitin ist in bestimmten Phasen (beispielsweise in einer starken Wachstumsphase bei Säuglingen und Kindern) wichtig. Obwohl der menschliche Körper Carnitin selbst herstellen kann, muss es zur Gesunderhaltung des Körpers über die Nahrung aufgenommen werden. Deshalb zählt es zu den bedingt essentiellen Nährstoffen.
  • Carnitin ist in der Muttermilch enthalten.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Gute Quellen: rotes Fleisch (z. B. Rind- und Lammfleisch), Fisch, Geflügel und Milch. 

Hauptfunktion

  • Spielt eine kritische Rolle bei der Energieproduktion. Carnitin transportiert langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien (die energieproduzierenden Strukturen in der Zelle), die dort zur Energieproduktion benötigt werden. Langkettige Fettsäuren sind die wichtigste Energiequelle, vor allem für die Herz- und Skelettmuskulatur.
  • Verbessert die Energieversorgung des Gehirns.
  • Neuere Studien belegen die positiven Auswirkungen von Carnitin bei unterschiedlichen klinischen Therapien, beispielsweise zur Behandlung von Herzversagen, Angina und Gewichtsverlust.

Mangelerkrankungen

  • Bei gesunden Personen wurde bisher kein Mangel festgestellt, da der Körper bei den meisten Menschen genügend Carnitin produziert. Auch Personen mit einer streng vegetarischen oder veganen Ernährungsweise weisen keinerlei Anzeichen eines Carnitinmangels auf, obwohl über die Nahrung aufgenommenes Carnitin generell aus tierischen Quellen stammt.
  • (Frühgeborene) Säuglinge haben einen geringen Carnitin-Speicher, sodass wegen des starken Wachstums von Säuglingen hier die Gefahr eines Mangels besteht.
  • Der primäre Carnitinmangel bezeichnet eine erbliche Störung, die sich im Kindesalter manifestiert. Symptome: z. B. Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels), Schwäche der Skelettmuskulatur und Hypoglykämie (niedriger Blutzucker).
  • Der sekundäre Carnitinmangel kann durch Erkrankungen wie chronisches Nierenversagen auftreten, bei denen die Carnitin-Resorption vermindert ist oder Carnitin vermehrt ausgeschieden wird.

Empfohlene Tagesdosis

Für Carnitin wurden keine Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) festgelegt.

Synonyme: L-Carnitin

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