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Name des Begriffes: Kurzkettige Fettsäuren

Kurze Einführung

  • Ein Triglycerid besteht aus 1 Glycerin-Molekül, das an 3 Fettsäure-Moleküle gebunden ist.
  • Fettsäuren bestehen aus einer unverzweigten Kette mit einer geraden Anzahl an Kohlenstoffatomen (C), die mit jeweils zwei Wasserstoffatomen (H) besetzt sind. Am einen Ende der Kette befinden sich 3 H-Atome (Methyl-Ende) und am anderen Ende eine Carboxy-Gruppe (COOH). Durch die Carboxy-Gruppe wird die Verbindung zur Säure.
  • Fettsäuren unterscheiden sich in der Länge der Kohlenstoffkette und der Zahl der Doppelbindungen in der Kette. Kurzkettige Fettsäuren (SCFA) sind gesättigte Fettsäuren.
  • Gesättigte Fettsäuren sind unverzweigte, mit Wasserstoff (H) gesättigte Ketten. Jedes C-Atom trägt 2 H-Atome. Diese Fettsäuren besitzen keine Doppelbindungen.
  • Ungesättigte Fettsäuren weisen eine oder mehrere Doppelbindungen zwischen den C-Atomen (und den dort fehlenden 2 H-Atomen) auf.
  • Beispiele: Essigsäure (C2:0), Propionsäure (C3:0), Buttersäure (C4:0).
  • Kurzkettige Fettsäuren findet man in einigen Lebensmitteln. Ebenfalls entstehen sie auch im Dickdarm bei der Fermentation von präbiotischen Nahrungsfasern (Oligosaccharide wie GOS und FOS).

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Essigsäure: jede Art von Essig, in Essig eingelegte Produkte sowie alle Nahrungsmittel, die Essig als Zutat haben (beispielsweise Senf, Mayo, Ketchup).
  • Propionsäure: in kleinen Mengen in Milchprodukten enthalten.
  • Buttersäure: Komponente in Milchfett und Lebensmitteln wie Käse und Butter.

Hauptfunktion

  • Im Dickdarm werden GOS und FOS von Bifidobakterien und Milchsäurebakterien, den sogenannten nützlichen Bakterien, mittels Fermentierung abgebaut. Diese Bakterien benötigen GOS und FOS für ihr eigenes Wachstum.
  • Während dieses Fermentierungsvorgangs werden kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) gebildet.
  • Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure sind die im Dickdarm am häufigsten vorkommenden SCFA (90–95%)
  • Diese SCFAs senken den pH-Wert im Dickdarm (das Milieu wird saurer), wodurch das Wachstum und das Überleben von Pathogenen (schädlichen Eindringlingen) verhindert und das Wachstum der nützlichen Bakterien (Bifidobakterien und Milchsäurebakterien) begünstigt wird.
  • SCFAs: Acetat, Propionat, Butyrat – jeweils mit ihrer eigenen Auswirkung. Butyrat wirkt sich vorteilhaft auf die Gesundheit des Dickdarms aus und ist eine Energiequelle für die Epithelzellen (Zellschichten an der Dickdarmwand) des Dickdarms. Butyrat macht die Darmwand mittels einer erhöhten Ausscheidung von Schleim schlechter durchlässig und stärkt damit seine Präventivwirkung gegen Krankheiten. Darüber hinaus fördert Butyrat die normale Differenzierung (Spezialisierung) und Proliferation (Vermehrung) der Zellen.
  • SCFAs unterstützen die Regulierung der Natrium- und Wasserabsorption und können die Absorption von Kalzium und anderen Mineralstoffen erhöhen.

Mangelerkrankungen

  • Die Forschung konnte inzwischen die wichtige Rolle von SCFAs für die Erhaltung der Gesundheit und der Entwicklung von Krankheiten aufzeigen. Weitere Untersuchungen sind erforderlich.

 

Für SCFAs wurden keine Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) festgelegt.

Synonyme: SCFA

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