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Name des Begriffes: Johannisbrotkernmehl

Kurze Einführung

  • Johannisbrotkernmehl ist ein natürlicher Lebensmittelzusatzstoff, der aus den zerkleinerten Kernen, welche in den langen, ledrigen Samenhülsen des Johannisbrotbaums eingebettet sind, hergestellt wird.
  • Johannisbrotkernmehl ist ein weiss-gelbliches, geruchloses und geschmacksneutrales Pulver.
  • Es findet in der Lebensmittelindustrie als Verdickungs- und Geliermittel Anwendung. Dabei verleiht es tiefgefrorenen Desserts die Eigenschaft, Wasser zu binden, sorgt für Geschmeidigkeit, Fülle und ein angenehmes Mundgefühl, beschleunigt die Bruchbildung bei Käse und eignet sich ausgezeichnet als Bindemittel, beispielsweise in Wurst. Darüber hinaus wird es seit Jahren erfolgreich in industriell hergestellter Säuglingsnahrung verwendet.
  • Johannisbrotkernmehl wird auch als Carubenmehl, Algarrobo, Carob oder Carubin und in Verbraucherprodukten als E410b bezeichnet.
  • Es ist ein löslicher, viskoser und unverdaulicher, jedoch fermentierbarer Ballaststoff, der zur Gruppe der Galaktomannane (Polysaccharide) zählt und aus langen Galaktose- und Mannoseketten besteht.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Johannisbrotkernmehl wird aus den Samen des Johannisbrotbaums (Ceratonia Siliqua) gewonnen. Dieser ist vorwiegend im Mittelmeerraum heimisch.

Hauptfunktion

Johannisbrotkernmehl in industriell hergestellter Säuglingsnahrung.

  • Zu den häufigsten Magen-Darm-Problemen in der frühen Kindheit gehören Symptome wie gastrointestinaler Reflux (GÖR oder GER), harter Stuhl und Kolik.
  • Unter GÖR wird das (unwillkürliche) Zurückfliessen des Mageninhalts in die Speiseröhre verstanden, das ggf. mit Spucken und Übergeben verbunden sein kann. Bei gesunden Kindern ist dies ein ganz normaler Vorgang. Die Kolik ist ein Symptom, deren Ursachen bislang noch nicht restlos geklärt sind. Sie verursacht starke Bauchschmerzen und wird möglicherweise durch eine geringe Bewegungsfähigkeit des Darms verursacht.
  • Johannisbrotkernmehl ist ein Bindemittel, das eine wirksame Lösung bei GÖR darstellen kann. Durch das Johannisbrotkernmehl wird die Säuglingsnahrung verdickt, sodass sie weniger leicht zurückfliesst.
  • Als unverdaulicher, jedoch fermentierbarer Ballaststoff wirkt sich Johannisbrotkernmehl ausserdem positiv auf harten Stuhlgang und Koliken aus.
  • Johannisbrotkernmehl gelangt nahezu unverändert (unverdaut) in den Dickdarm. Im Dickdarm angesiedelte Bakterien (die nützlichen Bakterienstämme Bifidobakterien und Laktobazillen) können das Johannisbrotkernmehl zum eigenen Wachstum nutzen. Dabei wird das Johannisbrotkernmehl durch Fermentation abgebaut. Die Förderung des Wachstums dieser Bakterien erhöht die bakterielle Biomasse. Dadurch nimmt das Stuhlvolumen zu und der Stuhl wird weicher. Johannisbrotkernmehl fördert die Bewegungsfähigkeit des Darms und verhilft zu Linderung bei hartem Stuhl und der damit einhergehenden Kolik.
Synonyme: Carubenmehl, Algarrobo, Carob, Carubin, E41b

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