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Name des Begriffes: Folsäure

Kurze Einführung

  • Für dieses wasserlösliche Vitamin des B-Komplexes werden die Begriffe Folat und Folsäure häufig synonym verwendet. Das Vitamin ist zudem als Vitamin B9 oder Folacin bekannt.
  • Folat kommt in Nahrungsmitteln und in aktiver Form im menschlichen Körper vor. Folsäure ist die synthetische Form, die in angereicherten Nahrungsmitteln und Vitaminpräparaten enthalten ist.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Folat kommt von Natur aus in einer Vielzahl von Nahrungsmitteln vor.
  • Quellen mit hohen Folatanteilen: Spinat, Leber, Hefe, Spargel und Rosenkohl.
  • Gute Quellen: Gemüse (vor allem Blattgemüse mit dunkelgrünen Blättern), Obst und Fruchtsäfte, Nüsse, Bohnen, Erbsen, Milchprodukte, Geflügel und Fleisch, Eier, Meeresfrüchte, Getreide.

Hauptfunktion

  • Komponente von Coenzymen, den Helfern der Enzyme. Essentiell in zahlreichen Stoffwechselreaktionen (Körperprozessen).
  • Beteiligt am Aminosäurestoffwechsel (Proteinbausteine).
  • Beteiligt an der DNA- und RNA-Synthese. Dies ist vor allem bei Wachstumsschüben von Zellen und Gewebe wichtig (Säuglingsalter, Pubertät, Schwangerschaft).
  • Beteiligung an der Herstellung roter Blutkörperchen.
  • Als solches spielt Folat eine Rolle bei der korrekten Zellteilung und beim Wachstum, bei der Prävention von Anämie und der normalen Fötusentwicklung.
  • Studien belegen die Bedeutung von Folat für gesunde Gehirnfunktionen und die geistige und emotionale Gesundheit.

Mangelerkrankungen

  • Ein niedriger Folatspiegel ist weit verbreitet und kann die Folge einer unzureichenden Aufnahme und Verwertung oder eines erhöhten Bedarfs sein.
  • Symptome: z. B. Wachstumsstörungen, Entzündungen der Zunge, Appetitlosigkeit, Durchfall, Reizbarkeit, Vergesslichkeit, geistige Trägheit und Müdigkeit. Bei Kindern kann ein Mangel zu Wachstumsverzögerungen führen. Ein niedriger Folatspiegel wird bei älteren Menschen auch mit einer schlechten kognitiven Funktion/Demenz in Verbindung gebracht.
  • Ohne Behandlung kann ein Mangel zu einer megaloblastären Anämie (unreife und unvollständig entwickelte rote Blutkörperchen) führen. Die beiden am häufigsten vorkommenden Ursachen einer megaloblastären Anämie sind entweder ein Folat- oder ein Vitamin B12-Mangel.
  • Gefährdet: Menschen, die sich einer Diät zur Gewichtsabnahme unterziehen, Menschen mit Störungen des Dünndarms, z. B. Morbus Crohn (aufgrund einer Verdauungsstörung (Malabsorption).
  • Schwangere benötigen mehr Folsäure, um das Risiko von Neuralrohrdefekten (NRD) beim Ungeborenen zu senken, wie Wolfsrachen, Spina bifida und Gehirnschäden. Bei NRD handelt es sich um eine gestörte Entwicklung des Neuralrohrs, aus dem sich das Gehirn oder das Rückenmark entwickelt.
  • Ein Folatmangel während der Schwangerschaft kann ausserdem zu Frühgeburten und zu einem geringen Geburtsgewicht führen.
  • Um der NRD-Gefahr entgegenzuwirken, empfiehlt sich mindestens 4 Wochen vor und während der ersten drei Schwangerschaftsmonate nach der Empfängnis die zusätzliche Einnahme von täglich 400 μg Folsäure.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis
Schwangerschaft
Stillende Mütter
600 μg (RDA)
500 μg (RDA)
Säuglinge 6 – 12 Monate80 μg (AI)
Kinder
 1 – 3 Jahre
 4 – 8 Jahre
150 μg (RDA)
200 μg (RDA)
Männer
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
300 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA) 
Frauen
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
300 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)
400 μg (RDA)

 

Als Folat-Äquivalent (DFE).
Wegen des Zusammenhangs der Aufnahme von Folat mit Neuralrohrdefekten beim Ungeborenen sollten alle Frauen im gebärfähigen Alter zusätzlich zur Folat-Aufnahme aus einer abwechslungsreichen Ernährung täglich 400 μg Folsäure aus Nahrungsergänzungsmitteln oder mit Folsäure angereicherten Produkten zu sich nehmen.
AI = angemessene Aufnahme (Adequate Intake).
RDA = Empfohlene Tagesdosis (Recommended Dietary Allowance).

Synonyme: B9, Folate, Folacin, Folat

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