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Name des Begriffes: Fett

Kurze Einführung

  • Fett gehört mit den Kohlenhydraten und Eiweissen zur Gruppe der Makronährstoffe.
  • Speisefett besteht zu ungefähr 98% aus Triglyceriden.
  • Ein Triglycerid besteht aus 1 Glycerin-Molekül, das an 3 Fettsäure-Moleküle gebunden ist. 
  • Tierische Fette enthalten hauptsächlich gesättigte Fettsäuren und sind daher bei Zimmertemperatur fest.
  • Pflanzliche Fette (Öle) hingegen enthalten vorwiegend ungesättigte Fettsäuren und sind bei Zimmertemperatur flüssig.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Speisefette stammen sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen.
  • Tierisches Fett: Butter, Milch und Milchprodukte, Eier, Fleisch, Geflügel, fetter Fisch wie Lachs, Hering und Makrele, aber auch versteckt enthalten in Gebäck, Fast Food und Snacks.
  • Pflanzliches Fett: Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Olivenöl, darüber hinaus in (Erd-)Nüssen, Samen, Avocados und Oliven enthalten.

Hauptfunktion

  • Wichtigste Energiequelle für den Körper: 1 g Fett liefert 9 kcal (38 kJ).
  • Fettlösliche Vitamine (Vitamin A, D, E und K) benötigen Fett, um absorbiert und gespeichert werden zu können.
  • Fett liefert die essentiellen Fettsäuren α-Linolensäure (alpha-Linolensäure, ALA) und Linolensäure (LA), die der Körper nicht selbst herstellen kann, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.
  • Speicherung. Überschüssige Energie wird im Körper (in Fettzellen, den sogenannten Adipozyten) als Vorrat gespeichert. Wenn der Körper mehr Fett speichert als er verbraucht, wird mehr Fettgewebe gebildet. Die Folge ist ein höheres Körpergewicht. Bei einer strengen Diät beispielsweise schrumpfen die Fettzellen und das Gewicht sinkt.
  • Fettgewebe bildet ein Schutzschild um wichtige Organe herum und schützt sie vor Stössen von aussen oder plötzlichen Bewegungen.
  • Die dünne Fettschicht unmittelbar unter der Haut dient als Isolierung. Sie verhindert, dass zu viel Körperwärme verloren geht, und schützt den Körper innen vor extremen Temperaturschwankungen.
  • Fett ist ein Geschmacksträger und verbessert die Textur von Nahrungsmitteln.

Mangelerkrankungen

  • Marasmus wird durch einen schwerwiegenden Mangel nahezu aller Nährstoffe (ungenügende Kalorienzufuhr), vor allem von Eiweiss, Kohlenhydraten, und Fett, verursacht. Die Betroffenen wirken eingefallen und stark abgemagert, Muskeln und Unterhautfettgewebe sind kaum noch vorhanden. Zu den Symptomen gehören unter anderem eine abweichende Körpertemperatur, Anämie, Ödeme, Dehydrierung (Durst, eingefallene Augen), Sehstörungen (aufgrund eines Vitamin A-Mangels), Veränderungen der Haut sowie Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen.
  • Möglicher Mangel an fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K. Siehe auch: fettlösliche Vitamine.
  • Möglicher Mangel an essentiellen Fettsäuren. Anzeichen und Symptome: u. a. allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeiten (Ekzem, Asthma, Heuschnupfen), Sehstörungen (u. a. schlechte Nachtsicht), Aufmerksamkeitsstörungen (Konzentrationsschwäche, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme), Störungen des emotionalen Gleichgewichts (Depression, starke Gefühlsschwankungen, Ängstlichkeit), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und Störungen des Immunsystems (erhöhte Anfälligkeit für Erkrankungen und Infektionen und eine schlechte Wundheilung).
  • Bei Säuglingen und (Klein-)Kindern können sich Wachstumsstörungen einstellen, bei älteren Kindern können die kognitiven Fähigkeiten (Gedächtnis und Gehirnleistungen) und die Verhaltensentwicklung beeinträchtigt werden.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis
Schwangerschaft
Stillende Mütter
ND
ND
Säuglinge 6 – 12 Monate30 g (AI)
Kinder
1 – 3 Jahre
4 – 8 Jahre
ND
ND
MännerND
FrauenND


AI = angemessene Aufnahme (adequate intake).
ND = nicht definiert.

Synonyme: Fett

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