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Name des Begriffes: Eisen

Kurze Einführung

  • Eisen ist ein Spurenelement mit dem Symbol Fe. Mineralstoffe werden in 2 Gruppen eingeteilt: (Makro-)Mineralstoffe und Spurenelemente. Anders als Mineralstoffe werden Spurenelemente nur in sehr geringen Mengen benötigt.
  • Der Grossteil des im Körper vorhandenen Eisens befindet sich in den roten Blutkörperchen (im Hämoglobin), dem das Blut seine rote Farbe verdankt.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Nahrungsmittel enthalten 2 Arten von Eisen: Häm- und Nicht-Häm-Eisen. Das Häm-Eisen ist Teil des Hämoglobins und Myoglobins, das sich in der Form nur in tierischem Gewebe findet.
  • Fleisch, Geflügel und Fisch enthalten 40% Häm-Eisen und 60% Nicht-Häm-Eisen.
  • Nicht-Häm-Eisen findet sich hauptsächlich in pflanzlichen Quellen, beispielsweise in Trockenbohnen, Erbsen, Linsen, Gemüse (Spinat) und (angereicherten) Getreideprodukten. In tierischen Quellen ist es im Eigelb und in Milchprodukten enthalten.
  • Der Körper nimmt Häm-Eisen besser auf als Nicht-Häm-Eisen.
  • Bestimmte Substanzen, die mit der gleichen Mahlzeit aufgenommen werden, können jedoch die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen fördern oder hemmen. Fördernde Substanzen sind beispielsweise Vitamin C und rotes Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte. Hemmstoffe sind z. B. Phytinsäure/Phytat (Hülsenfrüchte, Getreide und Reis), Protein aus Eiern, Sojaprotein, Kaffee und Tee. Bestimmte Mineralstoffe, wie z. B. Kalzium und Magnesium, können die Aufnahme sowohl von Häm-Eisen als auch von Nicht-Häm-Eisen hemmen. Die Aufnahme fördernder und hemmender Stoffe ist jedoch in einer typischen, abwechslungsreichen, westlichen Ernährungsweise begrenzt, sodass sie lediglich einen geringen Effekt auf den Eisenstatus der meisten Menschen haben.
  • Muttermilch enthält sehr wenig Eisen, wird jedoch gut verdaut. Ausserdem reicht das bei Geburt im Körper gespeicherte Eisen für die ersten 4 bis 6 Lebensmonate aus.

Hauptfunktion

  • Wichtiger Bestandteil hunderter Proteine und Enzyme.
  • Bestandteil von Hämoglobin, einem Protein, das Sauerstoff von den Lungen in das Gewebe befördert.
  • Bestandteil von Myoglobin, einem Eiweiss, das Sauerstoff zu den Muskeln befördert.
  • Vorhanden in Proteinen, die an der Entwicklung und Funktion des Gehirns beteiligt sind. Beteiligt unter anderem an der Synthese von Myelin (korrekte Weiterleitung der Nervenimpulse) und Neurotransmittern (chemische Substanzen, die Informationen im Gehirn und im Körper übertragen).
  • Wird z. B. für Wachstum und Entwicklung, normale Zellfunktionen und die Synthese bestimmter Hormone benötigt.

Mangelerkrankungen

  • Häufig werden die Begriffe Eisenmangel, Eisenmangelanämie und Anämie synonym verwendet. Dies reicht von der Erschöpfung des Eisenspeichers (ohne gesundheitliche Folgen) bis zu einem Eisenmangel mit Anämie (unzureichender Eisenvorrat für die Beförderung der roten Blutkörperchen, der Einfluss auf mehrere Organsysteme ausübt). Sind die Eisenspeicher im Körper erschöpft, entwickelt sich eine Anämie.
  • Eisenmangel gilt als Mangelernährung mit grosser Bedeutung für die weltweite Volksgesundheit und mit ernsthaften Folgen.
  • Die Ursache bei Erwachsenen können Blutungen (einschliesslich Blutverlust durch Monatsblutungen) und eine unausgewogene Ernährung sein (Säuglinge, Kinder, Mädchen in der Pubertät und Schwangere).
  • Ein Eisenmangel entwickelt sich nach und nach. Anfangs können Symptome noch ganz ausbleiben oder milde Symptome auftreten. Dazu gehören Blässe, Schwäche, Kopfschmerzen, niedrige Körpertemperatur, Reizbarkeit und Müdigkeit. Dies kann das Wachstum beeinträchtigen und langfristig Einfluss auf die Verhaltensentwicklung und neuronale Entwicklung haben. Studien an Säuglingen deuten darauf hin, dass diese Folgen irreversibel sind.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis

Schwangerschaft27 mg (RDA)
Stillzeit
14 – 18 Jahre
19 – 50 Jahre
10 mg (RDA)
9 mg (RDA)
Säuglinge 6 – 12 Monate11 mg (RDA)
Kinder
 1 – 3 Jahre
 4 – 8 Jahre
7 mg (RDA)
10 mg (RDA)
Männer
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
8 mg (RDA)
11 mg (RDA)
8 mg (RDA)
8 mg (RDA)
8 mg (RDA)
8 mg (RDA)
Frauen
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
8 mg (RDA)
15 mg (RDA)
18 mg (RDA)
18 mg (RDA)
8 mg (RDA)
8 mg (RDA)

 

RDA = Empfohlene Tagesdosis (Recommended Dietary Allowance).

Synonyme: Eisen

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