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Name des Begriffes: Chlorid

Kurze Einführung

  • Chlorid, ein Mineralstoff mit dem Symbol Cl, ist wie Natrium und Kalium ein Elektrolyt.
  • Der Körper benötigt Elektrolyten zur Regulierung der Nerven- und Muskelfunktion und zur Erhaltung des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts.
  • Chlorid ist ein Bestandteil von (Speise-)Salz: 40% Natrium und 60% Chlorid. Symbol: NaCl.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Vorwiegend enthalten in Speisesalz oder Meersalz, in zahlreichen Gemüsearten, Algen, Roggen, Tomaten, Salat, Sellerie und Oliven.
  • Kaliumchlorid (KCl) wird als Salzersatz verwendet.

Hauptfunktion

  • Findet sich vorwiegend zusammen mit Natrium in der extrazellulären Flüssigkeit. Notwendig für ein gutes Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten.
  • Wesentlicher Bestandteil der Verdauungssäfte im Magen. Im Magen verbindet sich Chlorid mit Wasserstoff (H) zu Salzsäure (HCl). Diese Magensäure ist u. a. für den Abbau von Protein und die Aktivierung des intrinsischen Faktors (für die Vitamin-B12-Resorption im Darm essentielles Protein) verantwortlich.

Mangelerkrankungen

  • Chlorid wird normalerweise über Urin, Schweiss und Magensekretion ausgeschieden. Obwohl ein Chloridmangel selten ist, kann durch starkes Schwitzen oder Erbrechen ein übermässiger Chloridverlust auftreten. Dies kann zur sogenannten Alkalose führen, woraus ein lebensbedrohlicher Zustand resultieren kann, bei dem der pH-Wert des Blutes zu basisch wird (Gegenteil der Übersäuerung). Dies kann weitere Probleme des Säure-Basen-Gleichgewichts verursachen. Symptome sind u. a. Muskelschwäche, Appetitverlust, Reizbarkeit, Dehydrierung und Apathie.
  • Eine übermässige Aufnahme von Chlorid über die Nahrung erfolgt meist in Form grosser Mengen Salz. Dies kann Probleme wie Wassereinlagerungen, Bluthochdruck und ein verändertes Säure-Basen-Verhältnis mit sich bringen (obwohl dies dem hohen Natriumgehalt zugeschrieben wird).
  • Gesunde Menschen vertragen eine hohe Salzaufnahme, sofern sie gleichzeitig Wasser trinken. Bei Durchfall und bestimmten Nierenerkrankungen kann es zu einem Chloridanstieg kommen.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis

Schwangerschaft
Stillzeit

2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
Säuglinge 6 – 12 Monate0.57 g (AI)
Kinder
 1 – 3 Jahre
 4 – 8 Jahre
1.5 g (AI)
1.9 g (AI)
Männer
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
2.0 g (AI)
1.8 g (AI)
Frauen
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
2.3 g (AI)
2.0 g (AI)
1.8 g (AI)

 

AI = angemessene Aufnahme (Adequate Intake).

Synonyme: Chlorid

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